Margreth Isch und ihr Vater Hans Marti geben uns spannende Einblicke, warum bestimmte Pflanzen besser nicht nebeneinander gepflanzt werden sollten und welche Rolle die Permakultur auf ihrem Biohof spielt. Der Biohof von Margreth Isch, idyllisch gelegen in Oberburg (BE), ist ein wahres Paradies für Heilpflanzen. Mit einer einzigartigen Vielfalt von 200 verschiedenen Heilpflanzen, die hier aufgezogen werden, ist dieser Hof in der Schweiz unvergleichlich. Margreth und ihre Familie widmen sich mit Hingabe dem Anbau dieser wertvollen Pflanzen und tragen so zur Erhaltung und Förderung der Heilpflanzenkultur bei.
Hans, dein Betrieb hat eine lange Tradition im Bio-Anbau. Wie hat alles angefangen?
Hans Marti: Mein Schwiegervater hat in den 1950er- und 1960er-Jahren Mutterkorn angebaut, das damals für Medikamente genutzt wurde. Meine Frau hat als Kind bei der Ernte geholfen. Ich selbst bin im Jura aufgewachsen und habe mich immer für Pflanzen interessiert. Als wir den Hof übernommen haben, war klar, dass wir Heilpflanzen anbauen wollen. 1988 starteten wir mit Echinacea und Passiflora.
Margreth, welche Herausforderungen bringt der Bio-Kräuteranbau mit sich?
Margreth Isch: Die grösste Herausforderung ist das Unkraut. Wir entfernen es von Hand, da wir auf chemische Mittel verzichten. Auch die Schädlingsbekämpfung ist anspruchsvoll. Wir setzen Nützlinge wie Marienkäfer ein, um Blattläuse zu bekämpfen, und schaffen Lebensräume für sie, etwa mit Sonnenblumen oder Holzwolle in Tontöpfen.
Spielt Permakultur eine Rolle auf eurem Hof?
Hans Marti: Ja, unser Ansatz ist eng mit der Permakultur verwandt. Wir achten auf einen geschlossenen Nährstoffkreislauf, indem wir den Dünger unserer Tiere gezielt einsetzen. Manche Pflanzen brauchen viel Dünger, andere wenig – das berücksichtigen wir. Zudem setzen wir auf Mischkulturen, die sich gegenseitig beim Wachstum unterstützen.
Welche Pflanzen wachsen besonders gut zusammen?
Margreth Isch: Echinacea und Solidago unterstützen sich hervorragend. Wir probieren auch eine Kombination mit Johanniskraut aus. Dabei müssen wir jedoch Verunreinigungen vermeiden, da sich die Blätter von Solidago und Echinacea sehr ähnlich sehen.
Auf dem Hof wachsen auch giftige Heilpflanzen. Wie geht ihr damit um?
Hans Marti: Wir bauen Pflanzen wie Eisenhut (Aconitum) und Tollkirsche (Belladonna) an. Sicherheit hat oberste Priorität: Mitarbeitende tragen Handschuhe und Masken, um sich zu schützen. Manche Pflanzen, wie Marum verum, haben einen so intensiven Duft, dass man sie nur mit Schutzmaske schneiden kann.
Was raten Ihr Menschen, die zu Hause Heilkräuter anbauen möchten?
Hans Marti: Startet mit einfachen Teekräutern, die gut zu trocknen sind. Dann kann man sich an Ringelblumen für Salben oder Echinacea für Tinkturen wagen. Wichtig ist, sich vorher gut zu informieren.
Zum Abschluss: Eine Botschaft für unsere Leser?
Margreth Isch: Wir würden uns freuen, wenn Eltern mit ihren Kindern wieder mehr in die Natur gehen. Nicht nur auf den Spielplatz, sondern in den Wald oder auf Wiesen – es gibt so viel zu entdecken!
Wer erfahren möchte, wie die Heilpflanzen weiterverarbeitet werden, sollte in die nächste Podcast-Folge oder den Newstext mit Michael Böhlen von der Spagyrikproduktion AG reinhören.